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876 Köhl, Martina. 2015 Zuerst kommt das (selbst)bewusst handelnde «Ich» – dann das Verb an zweiter Stelle. Wie der Erwerb der Verbzweitstellungsregel mit der Entdeckung des «Ich» und dem Erwerb der Handlungskompetenz zusammenhängt.

Im Alter von ungefähr drei Jahren macht das Kind eine wichtige Entdeckung: Es entdeckt die Verbzweitstellungsregel der Deutschen Grammatik. Ein dreijähriges Kind entwickelt sich aber nebst der sprachlichen Ebene auch auf vielen anderen Ebenen. Hierbei fällt auf, dass viele Kinder ungefähr in demselben Alter das eigene «Ich» entdecken und sich selbst als «Ich» bezeichnen. Gleichzeitig taucht die Frage auf, wie ein Kind überhaupt in den Besitz von Verben - den sogenannten «Tunwörtern»  - gelangt? Muss es dazu nicht zuerst eine Handlung selbst ausführen und deren Resultat beachten können? Diese literaturorientierte Arbeit verfolgt das Ziel, den Erwerb der Verbzweitstellungsregel nicht nur linguistisch zu erklären, sondern auch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dazu werden die Entdeckung des «Ich» und der Erwerb der Handlungskompetenz erarbeitet und mit dem Erwerb der Verbzweitstellungsregel in Verbindung gebracht. Der Zusammenhang dieser drei Entwicklungen wird mithilfe der interaktionistischen Spracherwerbstheorie aufgezeigt. Daraus werden hilfreiche Schlussfolgerungen für die logopädische Therapie gezogen. Die Selbstwirksamkeit hat grossen Einfluss auf alle drei erwähnten Entwicklungen und führt als roter Faden durch diese Arbeit.


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