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896 Meier, Jacqueline 2016 Dysphagie und Lebensqualität – ein kultureller Vergleich

Die Frage nach dem Sinn und der Qualität des Lebens beschäftigt die Menschheit aller Kulturen schon seit jeher. In heutigen Tagen weiss die Wirtschaft diese Suche zu nutzen und auch die Wissenschaft, darunter die Medizin und die Psychologie, setzt sich intensiv mit dem Begriff Lebensqualität auseinander. In dieser Arbeit wird das Konstrukt Lebensqualität aus logopädischer Sicht betrachtet und nach kulturellen Unterschieden in der Definition und Wahrnehmung zwischen nahöstlicher und schweizerischer Kultur gefragt. Methodisch wurden Leitfadeninterviews mit zwei schweizerischen und einem iranischen Dysphagiepatienten sowie deren Logopädinnen geführt. Durch ergänzende, eingehende Literaturrecherche über Dysphagie, Lebensqualität und die genannten Kulturen zeigten sich u.a. folgende Ergebnisse: Beispielsweise scheint der Stellenwert von Gemeinschaft und Familie in der nahöstlichen Kultur sehr hoch zu sein. Diese Tatsache kann bei einer Dysphagie aufgrund der anderen Werte und Normen zu einem erhöhten Aufklärungsbedarf der gesamten Familie durch die Logopädin führen. Schweizerische Patienten hingegen fühlen sich eher durch nicht vorhandene Selbständigkeit als Folge ihrer Schluckstörung eingeschränkt. Nach der Untersuchung im Rahmen dieser Bachelorarbeit bleibt die tiefere Erforschung kultureller Einflüsse auf die Lebensqualität von Dysphagiepatienten anhand einer grösseren Untersuchungsgruppe offen.


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