Nr. Autor Jahr Titel
907 D’Adda, Elena. 2017 Myofunktionelle Therapie. Zusammenhang Zunge-Haltung.

Myofunktionelle Störungen treten oft in Kombination mit Haltungsproblemen auf, weshalb von einem Zusammenhang zwischen Zunge und Haltung auszugehen ist. Durch die Verbindung der Zunge mit verschiedenen Körperstrukturen und bedingt durch neurophysiologische Aspekte besteht die Möglichkeit der Entwicklung eines Ungleichgewichtes. Die Betrachtung der gesamten Haltung ist bei Auffälligkeiten im orofazialen Bereich einzubeziehen. Solchen Zusammenhängen wird eine zentrale Bedeutung zugeschrieben, um unter anderem eine umfangreichere Betrachtung der gesamten Problematik des Patienten zu schaffen und die Grenzen einer logopädischen Therapie aufzuzeigen. Diese Bachelor-Arbeit bezweckt die Kenntnisnahme mehrerer sich untereinander beeinflussenden Teile des Körpers und der daraus folgenden Therapiemöglichkeiten bei Auffälligkeiten.
Als Grundlage werden die anatomischen Strukturen erklärt, sowie die wichtigsten Entwicklungsschritte der Haltung und des Schluckens erläutert. Parallel dazu werden die drei Therapieansätze (myofunktionelle Intervention nach Garliner, myo- funktionelle Intervention nach Kittel und neurofunktionelle Intervention nach Padovan) zur Behandlung myofunktioneller Störungen kurz dargestellt und verglichen, um ein optimales Therapieverfahren zu finden, welches die Verbindung von Haltung und Zunge berücksichtigt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die klassische myofunktionelle Therapie bei vorliegenden Haltungsproblemen keiner Modifikation bedarf. Vielmehr ist die Haltung als wichtiger zu betrachtender Faktor zu berücksichtigen. Demzufolge sind isolierte Muskelübungen zu vermeiden und durch die Einbettung sensomotorischer und neurosensorieller Übungen zu ergänzen.

Schlüsselwörter: Myofunktionelle Therapie – Haltung – Zungenband – stomatognathes System


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