Nr. Autor Jahr Titel
912 Perktold, Anna. 2017 Frühgeburtlichkeit als Risikofaktor für die Entwicklung der orofazialen Funktionen & Strukturen.

Durch die stetige Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung in der Neonatologie, können zu früh geborene Kinder bereits ab der 23. Schwangerschaftswoche überleben. Die frühzeitige Unterbrechung der intrauterinen Entwicklung bringt eine Unreife mit sich, welche auch die orofazialen Strukturen und Funktionen betrifft. Aufgrund der neurosensomotorischen Unreife kann das Saugen, Schlucken und die Atmung nur unzureichend koordiniert werden, was die orale Ernährung erschweren kann. Um die Vitalfunktionen des Frühgeborenen folglich aufrecht zu erhalten, müssen teilweise medizinische Interventionen, wie eine Ernährung über die Sonde oder eine Atmungsunterstützung durch CPAP-Geräte, vollzogen werden. Solche Eingriffe können die Entwicklung der orofazialen Funktionen und Strukturen negativ beeinflussen.
Die vorliegende literaturorientierte Arbeit versucht einerseits darzustellen, inwiefern die orofazialen Strukturen und Funktionen durch medizinische Interventionen negativ beeinflusst werden können. Anderseits werden Massnahmen zur Unterstützung der physiologischen orofazialen Entwicklung veranschaulicht.
Ein grundlegendes Fazit der Arbeit ist, dass jedes Frühchen individuelle Bedürfnisse und Reifungsprozesse zeigt, auf die mit einem interdisziplinären Wissen aus Medizin, Pflege, Lactationsberatung, Physiotherapie und Logopädie eingegangen werden sollte.
Die Arbeit gibt einen kleinen Einblick zur aktuellen internationalen Forschungslage hinsichtlich der erschwerten Reifungsprozesse der orofazialen Strukturen und Funktionen bei Frühchen und stellt kritische Diskussionsanstösse zu differenten medizinischen Interventionen und therapeutischen Unterstützungsmassnahmen.

Schlüsselwörter: Frühgeborene – orofaziale Strukturen und Funktionen – medizinische und therapeutische Interventionen bei Frühgeborenen


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