Nr. Autor Jahr Titel
913 Riehl, Rebekka. 2017 Logopädische Intervention bei LRS.
Eine Auseinandersetzung mit Therapieansätzen für den Bereich des Rechtschreibens in Bezug auf ihre Anwendbarkeit in der Praxis im Regel- und Sprachheilschulbereich.

Etwa 7% aller Kinder haben Schwierigkeiten im Erlernen der Lese- und Schreibfähigkeiten, ohne dass sichtbare Gründe, wie nicht kompetent durchgeführter Unterricht oder eine fehlende Unterstützung der Eltern, vorliegen (vgl. VON SUCHODOLETZ 2003, 13). Kinder mit LRS haben häufig bis ins Jugend- und Erwachsenenalter Probleme in der Rechtschreibung, wohingegen sie im Lesen eine gewisse Sicherheit erlangen (vgl. MAYER 2013, 127). In der logopädischen Einzeltherapie können Kinder die nötige Unterstützung zur Verbesserung ihrer Rechtschreibleistungen bekommen. Da es sehr viele Therapie- und Förderansätze für Rechtschreibstörungen gibt, stellt sich der logopädischen Fachperson die Frage, für welchen sie sich entscheiden soll.
In dieser empirischen Bachelorarbeit werden Kriterien dargestellt, die bei der Auswahl eines Therapiekonzeptes wichtig sind. Zum Beispiel sollte ein solches die lerntheoretischen Grundlagen beachten und einen entwicklungsentsprechenden Aufbau besitzen. Auch die Wirksamkeit des Konzeptes sollte wissenschaftlich belegt sein. Zudem spielen sprachsystematische, formale und störungsspezifische Kriterien bei der Auswahl des Therapiematerials eine Rolle. Die schriftliche Befragung von neun Logopädinnen in der Deutschschweiz lieferte unter anderem folgende Ergebnisse: Es werden zum Teil noch Therapieformen verwendet, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden konnte, z.B. das Lateraltraining oder die Prismenbrille. Heute wird vor allem zwischen Kindern mit Problemen beim lautgetreuen oder beim orthographischen Schreiben unterschieden. Davon abhängig wird dann ein Ansatz mit dem entsprechenden Ziel ausgewählt. Ausserdem wird beachtet, ob ein Kind Defizite in der verbal-auditiven Wahrnehmung hat. Ist dies der Fall, kann z.B. der "Lautbildungsansatz" von Marina Ruß hilfreich sein. Durch weitere Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen einem individuellen Störungsbild und der Wirksamkeit eines Therapieansatzes betrachten, können Ressourcen noch effizienter eingesetzt werden.

Schlüsselwörter: Schriftspracherwerb - LRS - Formen von Rechtschreibstörungen - Therapieansätze zur Rechtschreibung

MAYER, ANDREAS (2013): Gezielte Förderung bei Lese- und Rechtschreibstörungen. Praxis der Sprachtherapie und Sprachheilpädagogik. Band 4. 2., überarbeitete Auflage. München: Reinhardt.
VON SUCHODOLETZ, WALDEMAR (2003): Spannungsfeld zwischen etablierten und alternativen Behandlungsverfahren. In: VON SUCHODOLETZ, WALDEMAR (Hrsg.): Therapie der Lese-Rechtschreib-Störung (LRS). Traditionelle und alternative Methoden im Überblick. Stuttgart: Kohlhammer. 13-30.


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